BLOG- „Die Eifelgöre“ Thema: Lebenshilfe – Lebensbejahung-Lebensphilosophie - die-eifelgöre eine ungewöhnliche Lebensgeschichte

Die Eifelgöre
Direkt zum Seiteninhalt

Wieviel brauchen wir wirklich, um glücklich zu sein?

die-eifelgöre eine ungewöhnliche Lebensgeschichte
Veröffentlicht von in Autorenkommentar · 8 September 2018
Tags: Samstag
Ein zufriedener Fischer
Wieviel brauchen wir wirklich, um glücklich zu sein?
Hierzu eine alte Geschichte, die sehr viel Weisheit enthält:  
Ein herzensfroher Fischer, der irgendwann, irgendwo auf der Welt am Meer lebte, saß – von innerem Frieden erfüllt – auf einem Felsvorsprung und fing tagtäglich einen oder zwei Fische, um damit sich und seine Familie zu ernähren. So gegen Mittag hatte er stets sein Ziel erreicht, gab seinen Platz auf und kehrte zu seinen Lieben zurück. Gemeinsam bereiten sie das Mittagessen zu und verbrachten im Einklang mit Gott und der Welt ihre Lebenszeit miteinander.
Eines schönen Tages kam ein sehr „schlauer“ Mann des Weges daher und beobachtete den Fischer in ziemlichem Unverständnis. Dieser Mann hatte die Absicht, sich in dem kleinen Fischerdorf von seinen beruflichen Strapazen zu erholen. Ein paar Tage schaute er nun schon, aus knapper Entfernung, dem Fischer immer genervter zu, bis er sich endlich in seine Nähe begab, um ihn anzusprechen. Mit den gewieften Vorstellungen eines Geschäftsmannes begann er das Gespräch und fragte den Fischer, warum er eigentlich täglich immer nur ein bis zwei Fische fange. Dabei signalisierte er ihm, dass dort draußen im Meer unzählige Fische herumschwimmen, die es nur zu erhaschen gab. Der Fischer, der das natürlich sehr wohl wusste und daher etwas irritiert war, fragte den Mann, was er ihm denn eigentlich sagen wolle und erklärte ihm gleichzeitig, dass diese zwei Fische täglich für ihn und seine Familie völlig ausreichend und vor allem immer frisch seien.
Nach einigem Hin und Her schlug der Unternehmer dem Fischer folgendes vor: „Du könntest doch trotzdem mehr Fische fangen, z.B. mit großen Netzen, und die übrigen dann einfach verkaufen.“
Der Fischer fragte den Unternehmer, wozu das gut sei, woraufhin dieser ihm mitteilte: „Mit effektiveren Fangmethoden kannst du natürlich mit dem Verkauf der übrigen Fische sehr viel Geld verdienen."
Der Fischer stellte ihm daraufhin die Frage: „Und was mache ich dann mit dem vielen Geld?“ Der Firmenboss wurde etwas ungehalten und sagte besserwisserisch: „Mein Lieber, denke doch einfach mal weiter und schau über deinen Tellerrand hinaus! Wenn du das tust was ich dir vorschlage, dann bist du vielleicht schon bald in der Lage, einen oder sogar mehrere Mitarbeiter einzustellen!“
Wiederum wunderte sich der auf diese Weise belehrte Fischer und fragte: „Und was mache ich dann mit den Mitarbeitern?“
„Naja“, meinte sein Gegenüber: „Mit mehr Mitarbeitern kannst du dann noch mehr Fische fangen, diese weltweit verkaufen und damit noch mehr Geld verdienen.“
Aber auch hier erkannte der Fischer den Wert immer noch nicht und fragte weiter: „Und was geschieht dann?“
„Dann hast du vielleicht irgendwann eine eigene Fabrik, ein wirklich großes Unternehmen, und kannst sehr viel mehr verkaufen und natürlich auch verdienen“, erwiderte der Manager.
„Und was habe ich davon?“, fragte der Fischer abermals. „Tja, irgendwann verdienst du dann vielleicht so viel Geld, dass du gar nicht mehr arbeiten musst und dich ausruhen kannst! Das wäre doch toll“, schwärmt der Unternehmer in seiner großen Begeisterung.
„Und wenn ich dann nicht mehr arbeiten muss, kann ich dann den ganzen Tag machen, was ich will?“ entgegnete ihm der Fischer.
Mehr als hocherfreut, dass der „einfältige“ Mann ihn und seine Absichten nun scheinbar endlich verstanden hatte, antwortet der Firmenboss: „Ja, absolut! Du musst dann nicht mehr arbeiten und kannst genau das tun und lassen, was du willst!“
Der Fischer schüttelte verständnislos den Kopf, wurde sehr nachdenklich und antwortete: „Guter Mann, warum soll ich denn all diese Umwege gehen? Denn genau das tue ich doch schon längst. Ich sitze jeden Tag auf meiner geliebten Klippe oder fahre mit meinem Boot hinaus auf das Meer. Wann immer ich es möchte, bin ich mit meiner Familie zusammen und genieße Tag für Tag die Momente, mit denen das Leben mich beschenkt.“
Ende
Vielleicht finden Sie diese Geschichte sehr symbolträchtig oder andernfalls zu oberflächlich? Wir Menschen rasen durch unser Leben in dem Gefühl, es ständig verbessern zu müssen. Wir buckeln und arbeiten uns krank, um viel Geld zu erwerben, damit wir es irgendwann gut haben und endlich das tun dürfen, was uns Spaß macht und erfüllt. Weil wir dann eines schönen Tages erkennen dürfen, dass wir in Ausübung unserer sogenannten Pflichten und mit diesem unsinnigen Verhalten ernsthaft krank geworden sind, geben wir unser im Schweiße unseres Angesichtes verdientes Geld wieder aus. Nun dient es uns vor allem dazu, unsere Gesundheit wiederzuerlangen. Wir möchten das Glück, die Kraft und auch die Zeit besitzen, endlich die Dinge tun zu können, die wir nach unserem Lebensplan und gemäß unseren Talenten eigentlich von Anbeginn der Stunde hätten tun sollen. Warum sind wir nicht so intelligent und weise und überlegen uns, wie wir das, was uns mit innerer Freude erfüllt, JEDERZEIT UND JETZT tun können, ohne dafür den immens leidvollen Umweg über stressvolle Arbeit und die Erschaffung eines unsinnig großen Vermögens zu nehmen? Viele von uns haben schon lange mehr als genug. Und mehr, als sie in diesem Leben verbrauchen können. Doch sie merken es zu oft nicht oder wollen es nicht registrieren und ergehen sich in tausend Ausreden, um so weitermachen zu können wie bisher.
Warum sind so viele Menschen stolz auf die vielen Luxusgüter, die sie sich erwirtschaftet haben? Eventuell, weil sie (noch) nicht erkannt haben, dass sie auf sich selbst stolz sein können, ohne sich in ihrem Leben zu beweisen und zu verbiegen? Oder vielleicht, weil sie glauben, nichts wirklich Überdauerndes zu besitzen, auf das sie ernsthaft stolz sein können? Denken wir im ständig zunehmenden Erwerbsrausch tatsächlich nicht darüber nach, dass uns irgendwann das Zuviel an angehäuftem Ballast immer öfter und immer mehr erdrückt? Raubt nicht zuletzt die Verwaltung des ganzen Besitzes uns das Wertvollste überhaupt, nämlich die kostbare Zeit, ein sinnvolles Leben zu führen? Kommt uns nicht in den Sinn, dass uns unser – mit viel Mühe – zeitlebens erschaffener materieller Reichtum uns letztendlich in der Stunde unseres Abschieds von dieser Welt auch noch „festhalten“ könnte, weil wir den Umstand bedauern, unser Hab und Gut zurücklassen zu müssen und es einfach nicht loslassen können?
Die oben erzählte Geschichte habe ich irgendwann in meiner Jugend gehört und gebe sie jetzt mit meinen Worten und Gedanken wieder.
Vielleicht sind diese Zeilen ja in der Lage, in Ihnen etwas Grundsätzliches zu bewegen? Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass es eine hilfreiche Erkenntnis ist!
Ihre Sally
© Sally Pantenburg


Bewertung: 0.0/5
Zurück zum Seiteninhalt