BLOG- „Die Eifelgöre“ Thema: Lebenshilfe – Lebensbejahung-Lebensphilosophie - die-eifelgöre eine ungewöhnliche Lebensgeschichte

Die Eifelgöre
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Immer ein offenes Ohr für Mitmenschen?

die-eifelgöre eine ungewöhnliche Lebensgeschichte
Veröffentlicht von in Autorenkommentar · 30 März 2019
Tags: Samstag
Wie geht es dir – oder Ihnen?
Einen Mitmenschen danach zu fragen, wie es ihm geht, gilt als höflich, als gute Sitte und Brauch. Diese Frage ist eine der ersten, die man in Fremdsprachenkursen lernt. Allerdings bin ich der ungewöhnlichen Meinung, dass diese Standard-Frage nicht für jeden Menschen grundsätzlich nutzbringend ist. Zunächst einmal: WEM von uns geht es wirklich dauerhaft gut?
Kennst du viele Zeitgenossen, die auf die Standard-Frage „wie geht es dir“ mit einem echten, überzeugten „danke der Nachfrage, mir geht es wunderbar“ antworten können? Wohl eher NICHT, denn leider ist der Prozentsatz dieser Begnadeten auffallend gering. Diejenigen, die – aus welchen Gründen auch immer – flunkern und trotz der Sorgen und Nöte die sie ertragen müssen, grundsätzlich sagen: “Danke, MIR geht es gut“, wollen wir einfach mal außen vor lassen. Sie machen nichts falsch und wollen in der Regel nur ihre Ruhe haben, nicht näher befragt werden und auf keinen Fall die Dinge thematisieren, die für sie unangenehm sind. Sie verhalten sich – oft unbewusst – recht clever.   
Beobachte einmal das Gesicht eines Menschen, von dem du weißt, dass er gerade in einer heftigen Krise steckt oder gar sehr krank ist, wenn du ihm die Frage stellst: „Wie geht es dir oder Ihnen?“ Fast ruckartig kannst du die Veränderungen in seinem Antlitz beobachten. Sie spiegeln sein Leid wider, denn du hast mitten in seinen wunden Punkt getroffen. Vielleicht hatte er gerade sein Elend etwas vergessen, und nun fragst du als höflicher Mensch nach seinem Befinden. Die meisten von uns glauben, anstandsweise (immer wieder) über Ihre Situation Auskunft geben zu müssen. Je nach Veranlagung werden die Betroffenen mehr oder weniger von sich und ihrer Situation preisgeben. Viele von ihnen so ziemlich alles, was sie momentan bedrückt, und das recht ausschweifend. Und manchmal steht ein Zuhörer dann da, tritt von einem Fuß auf den anderen und wartet geduldig, bis sein Gegenüber mit seiner Darlegung der Dinge zum Ende kommt. In gewissen Situationen wird der ein oder andere auch denken: „Mein Gott, so haargenau wollte ich das jetzt auch nicht wissen!“ Was geschieht denn in einem solchen Moment? Der Erzählende erleichtert sich emotional, „lässt Dampf ab“. Ist das tatsächlich immer als hilfreich oder heilsam einzustufen? Bringt diese Schilderung des Leids etwa dauerhaft Erleichterung? Ich zweifle sehr daran!
Vielleicht ist dir schon einmal aufgefallen, was du so an Wortfetzen aufschnappst, wenn du auf Menschen triffst, die auf der Straße, im Café oder in (Arzt-)Warteräumen ein Gespräch miteinander führen? In etwa 70 % der Fälle reden sie über Krankheiten. Sie erzählen die Sensationen von ihrem letzten Arztbesuch oder Krankenhausaufenthalt. Sehr oft sprechen sie auch von der Misere eines ihnen nahestehenden Menschen. Während dieses  Vorganges entsteht ein ausgesprochen negatives Energiefeld für alle Beteiligten.
Besser wäre es, eine solche Situation zu vermeiden oder sie zumindest anders anzupacken. Warum wohl? Jeder Erzähler dieser destruktiven Geschichten wirft sich immer wieder selbst aus der Bahn. Auch der ursprünglich fröhliche Zuhörer kann seine gute Laune/Energie nur schlecht oder gar nicht aufrechterhalten und reagiert mehr oder weniger emotional. Stelle dir einmal vor, ein kranker Mensch wird etwa 10 x am Tag gefragt, wie es ihm geht, und er gibt jedes Mal präzise Antwort und beschreibt anschaulich, ohne etwas Böses zu ahnen, bildhaft und einprägsam seine Krankheiten und die damit verbundenen Themen und Ängste. Wie bitte kann das gut gehen? Erzähler und Zuhörer sind angespannt, fühlen sich unwohl. Außerdem wird ein gesunder, glücklicher Mensch beim Anhören daran erinnert, dass ihm das alles ja auch passieren könnte. Wenn er nicht in sich ruht und nicht psychisch stabil ist, dann ängstig ihn ein solches Gespräch unter Umständen. Ein ebenfalls leidender Zuhörer wird in aller Deutlichkeit an seine eigenen Zipperlein erinnert und wird ähnliches sagen wie: „Oh ja, diesen Zustand, die Schmerzen oder diesen Kummer kenne ich aus eigener Erfahrung ganz genau!“. Fazit: Es geschieht bedauerlicherweise nichts, was der Heilung  dienlich sein könnte. Genau das Gegenteil ist leider der Fall! Die beteiligten Personen bringen sich im Ping- Pong- Effekt gegenseitig in einen negativen Gefühlszustand, der im schlimmsten Fall noch lange nachwirkt. Besonders dann, wenn intensiv über das Gesprochene und Gehörte nachgedacht wird. Vielleicht raubt das aufgewühlt sein sogar dem ein oder anderen seinen guten Schlaf. Siehe auch Blog/Text „Ein wichtiges Lebensgesetz“.
Vielfach gehen Menschen, die von dem was sie vernommen haben (tief) erschüttert sind, mit dieser emotionalen Last nach Hause und erzählen ihren Familienangehörigen: „Ich habe heute XY auf dem Markt getroffen, und stell dir mal vor, wie schlecht es Ihr/ihm geht!“ Abermals werden weitere Personen (Schneeballsystem) energetisch belastet, die eigentlich überhaupt nichts damit zu tun haben. Sie erhalten zwangsweise energieraubende Berichte, die kaum hilfreich für ihr eigenes Wohlbefinden (Abwehrsystem) sind. Das erfahren wir mit den Nachrichten aus aller Welt an jedem einzelnen Tag!
Nun wirst du mich wohl gerne ähnliches fragen wollen wie: „Ja, ich kann doch nicht so kühl und herzlos sein, dass ich gar nicht mehr Teil habe am Unglück der anderen? Ich muss doch signalisieren, dass mir das schlimme Schicksal meiner Zeitgenossen nicht egal ist!“ Oder gar: „Ich möchte anderen Menschen doch auch mitteilen, wie schlecht es gerade um mich steht!“
Diese Gedanken sind natürlich berechtigt. Unsere Mitmenschen sollten uns nicht egal sein! Doch ist es tatsächlich eine gute Idee, das Leid aller ständig zu teilen, wie z.B. die Facebook Benutzer alles aus ihrem Dasein mit dem Rest der Welt „teilen“ möchten? Ist ein solches Verhalten wirklich hilfreich? Bewirken wir damit etwas Gutes?
Eine seelisch gereifte Person wird ihren Mitmenschen in einer wesentlich ersprießlicheren Art und Weise begegnen. Sie wird als Vorbild fungieren und ihrem Nächsten helfen, sich nicht länger selbst zu schaden und Energiekrisen zu ver-meiden. Diese „Sachverständigen“ besitzen die Fähigkeit, die Kommunikationsebene im Gespräch zu wechseln und aus der gewonnenen Erkenntnis heraus anders zu agieren. Dazu hier ein paar Anregungen:  
1.   Frage nicht wie gewohnt weiterhin: „Wie geht es dir/Ihnen?“ sondern wähle Worte wie beispielweise: „Wie schön, dass ich dich/Sie heute treffe, oder „Was hast du/haben Sie heute noch alles vor?“ Begegne deinem Gegenüber bereits mit der Wortwahl auf einer effektiveren energetischen Frequenz. Sehr wahrscheinlich werden viele auf die positive Frage „alles gut?“ gleich lebensbejahender reagieren.
2.       Falls dein Mitmensch partout seine Sorgen bei dir loswerden will, dann höre (kurz) zu und wende das Gespräch mit ähnlichen Worten wie: „Bestimmt wirst du/ werden Sie bald eine Lösung oder Hilfestellung finden.“ Vielleicht kannst du ja sogar die ersehnte Hilfe sein, indem du dem anderen in Mut machender Darlegung widerspiegelst, dass es ganz bestimmt eine Strategie/Behandlungsweise für seine ihn quälenden Themen gibt. Umarme den eventuell aufgelösten, desorientieren Menschen, zeige ihm deine Liebe und dein Mitgefühl. Spare dir MITLEID, denn sein Charakter ist zerstörerisch.   
3.      Sprich stets in einer konstruktiven Form. Es nützt dem anderen rein gar nichts, wenn du impulsiv dein Bedauern ausdrückst oder wenn du deinen Gesprächspartner in seiner Angst bestärkst, indem du ähnliche Dinge sagst wie: „Oh ja, da sind Sie/ bist du aber wirklich arm dran!“ Oder: „Das hatte mein Vater auch, und diese Sache ging gar  nicht gut aus!“
4.      Vielleicht überlegst du dir ebenfalls, ob du fortan jedes Zipperlein mit anderen teilen willst. Denn wenn du das tust, verharrst du auf einer Ebene, auf der Lösungen so gut wie nicht zu entdecken sind und die ersehnte Heilung zwangsläufig ausgebremst wird. Das bedeutet nicht, dass du immer alles tapfer „hinunterschlucken“ solltest, sondern vielmehr, dass du eine reelle Chance hast, mit deinen Sorgen geistreicher umzugehen. Die ersten Schritte beginnen bereits damit, dass dein Denken generell konstruktiver wird und du abträgliche Formulierungen umstrukturierst, damit sich Ungutes in zufriedenstellender Form wandeln kann.
5.      Erkenne problembehaftete Herausforderungen in deinem Leben als Lernaufgabe und nicht als Schwierigkeit oder sogar als Strafe, denn alleine mit einer positiveren Geisteshaltung  gibst du dem Geschehen schon eine völlig andere Bedeutung.
Falls du das nächste Mal gefragt wirst: „Wie geht es dir?“ kannst du, wenn du nicht aus voller Überzeugung „GUT“ sagen kannst, folgendes oder ähnliches antworten:
(Ausnahmen bilden die Befragungen durch einen Therapeuten)
„Am liebsten geht es mir gut!“ Oder: “Ich liebe das Leben!“
„Ich freue mich, dass ich heute einen freien Tag habe.“
„Ich war heute schon joggen/walken. Die Bewegung in frischer Luft hat mir gut getan.“
„Ich bin dabei, die Dinge, die gerade nicht so perfekt sind, zum Besseren zu wenden.“
„Dass ich dich/Sie jetzt hier treffe, freut mich ganz besonders.“
Berichte schöne Dinge, bei deren Schilderung du aufatmen kannst und die dir selbst und auch anderen Wohlgefühl verursachen. Ganz egal was im Argen liegt, wenn du es wirklich willst, wirst du – trotz aller Not – etwas Positives finden.
Bedenke stets: Jeder Gedanke, jede Formulierung ist so etwas wie eine Bestellung beim Universum. Nach deinem Glauben wird dir geschehen! Den Satz kennst du sicher, und er ist noch immer wahr. Deine negativen aber auch alle positiven, aufbauenden Empfindungen werden durch deine Gedanken ins Leben gerufen und aktiviert. Solange du im destruktiven Kampfmodus verharrst, erschaffst du Mühsal, denn du bist ein/e Schöpfer/in. Falls du immer noch Gedanken denkst und sagst wie etwa „mir geht es besch … eiden“,  und wenn du diese Meinung auch noch in die Welt hinausposaunst (e-Mail, whatsapp), wirst du den leidvollen Zustand stabilisieren. Bildhaft gesprochen: Du meißelst ihn in Stein!
Nutze deine Chancen und entfalte dein gottgegebenes Potential. Du schaffst es!
„Nicht das Ereignis ist es, was uns besorgt macht,
sondern die Bewertung des Ereignisses.“
aus der Antike
Herzliche Grüße und bis dann!
Sally
© by Sally Pantenburg


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