BLOG- „Die Eifelgöre“ Thema: Lebenshilfe – Lebensbejahung-Lebensphilosophie - die-eifelgöre eine ungewöhnliche Lebensgeschichte

Die Eifelgöre
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Eine Lebenspartnerschaft ist kein Gefängnis!

die-eifelgöre eine ungewöhnliche Lebensgeschichte
Herausgegeben von in Autorenkommentar ·
Tags: Samstag
MEIN LEBEN – DEIN LEBEN – UNSER LEBEN  
Sowohl eine Ehe als auch eine Lebenspartnerschaft in befriedigender Form und dauerhaft  zu führen, ist nicht immer ganz so einfach. Ein gutes Miteinanderauskommen verlangt viel Würde, Verständnis, Achtsamkeit, Respekt und natürlich auch Zugeständnisse.
Das wissen wir alle und haben auch erfahren, dass es dummerweise recht schnell zu Auseinandersetzungen oder Streit kommt, wenn die Meinungen und Ansichten in einer Partnerschaft merklich voneinander abweichen. Denn immerhin treffen in einer Beziehung meist verschiedenartig denkende Menschen, sprich Verhaltensmuster und Prägungen, aufeinander. Und genau dieses Anderssein ist von enormer Wichtigkeit, denn erst damit ist Wachstum in einer Partnerschaft garantiert. Ein gemeinsamer Konsens, der dann für beide Individuen stimmig ist, muss allerdings zunächst einmal gefunden und in Folge auch gelebt werden können.
Das Bemühen um die stets angepriesene Symbiose in einer Partnerschaft, stellt sich für die Meisten nämlich nicht ganz so leicht dar, da Besitzansprüche, fehlendes Vertrauen, Kontrolle und vor allem die Angst, den geliebten Partner doch wieder zu verlieren, die Harmonie empfindlich stören können. Die allgemein üblichen Erwartungshaltungen wie etwa: „Du bist für mein Wohlergehen und mein Glück zuständig“, „ich bin mit dir zusammen, damit du mich glücklich machst“, „du sollst für immer – und eventuell gar bis der Tod uns scheidet – für mich da sein“, „ich erwarte, dass du meine Wünsche erkennst und dass du Tag und Nacht an meiner Seite bist“ oder ähnliches, sind abwegig und misstönend. Sie erzeugen permanenten Stress, werden den Partner nach und nach „ersticken“ lassen und sind nicht selten der Grund für das allzu frühe AUS einer Beziehung. Kontinuierlich Distanz zu pflegen, ist hingegen dringend notwendig, da sie relativ verlässlich die gefürchtete Überforderung in einer Beziehung verhindert. Schon der Dichter und Philosoph Khalil Gibran riet 1923 in seinem Buch „Der Prophet“ aus der Liebe keine Fessel zu machen. Hier ein kurzer Auszug:  
„… Aber lasst Raum zwischen euch. Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen. Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel; lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein.“
Immer wieder erlebe ich „normale“ Paarbeziehungen mit extremem Besitzanspruch, in denen ein Teil den anderen geradezu argwöhnisch überwacht und ihn kaum alleine Dinge tun lässt. Natürlich mit der Erklärung und Entschuldigung, dass dieses Verhalten ja nur aus tiefster heraus Liebe geschieht. Die aus einem derartigen Verhalten erwachsende Enge, die am Anfang vielleicht sogar gewollt ist und gut tut, wird mehr und mehr zum Druck und wirkt sich letztendlich zerstörerisch auf jede Beziehung aus. Sie nimmt, besonders dem Menschen der ständig von seinem Partner kontrolliert wird, irgendwann die Luft zum Atmen, und er wird/muss ausbrechen. Keine noch so schöne Liebe kann groß genug sein, um ein solches „aufeinander Hocken“ zu rechtfertigen. Falls die anfängliche und große Verliebtheit langsam zu erkalten droht, und die Dinge nicht mehr überwiegend hormongesteuert ablaufen oder durch die „rosarote Brille“ betrachtet werden, sollte im Idealfall eine tiefe, von Vertrauen getragene Liebe eingesetzt haben und der anfänglichen Verliebtheit die Stirn bieten. Nicht der Partner, sondern wir selbst sind für unser Glück verantwortlich.
Besonders ähnliche Gedanken wie:
„Ich werde mir ihn oder sie mit der Zeit schon zurechtbiegen“, sollten nicht auftauchen. ER oder SIE werden in Wirklichkeit nie genauso sein, wie Sie das vielleicht gerne hätten. Wenn es also in einer Beziehung hier und da schwierig wird, wenden Sie sich nicht enttäuscht ab, sondern erinnern Sie sich an Ihre Liebe, die bedingungslos sein sollte. Verurteilen Sie Ihren Partner niemals für sein Tun und Handeln, was jedoch in letzter Konsequenz nicht bedeutet, zu allem, was geschieht, JA und AMEN zu sagen. Manchmal ist halt der Moment gekommen, wo es einfach SO nicht mehr weitergeht und vielleicht auch eine Trennung erforderlich ist, damit beide wieder frei atmen können. Doch die Liebe heilt Vieles!
Kein Mensch sollte sich und sein Leben aufgeben, weil er in einer Beziehung lebt. Ganz im Gegenteil. Jeder der Partner benötigt dringend die Freiheit, nach seinen Vorstellungen zu agieren! Denn Zusammensein bedeutet nicht, sich selbst zu vergessen. So gesehen braucht jeder Mensch seine Zeit für sich, in der er tun und lassen kann, was er sich wünscht und für richtig hält. Dann gibt es noch die gemeinsame Zeit, in der die beiden Partner (ggf. mit ihren Kindern) auch gemeinsame Interessen und Wege finden sollten.
Es gehört einfach zu einer Paarbeziehung, dass auch mal dunkle Wolken den Liebes-Horizont verschleiern. (Verlust-)Ängste, Zweifel und bittere Enttäuschungen können zu Krisen führen. Doch diese Zustände wollen gelöst werden, und es ist meist keine gute Lösung, vor ihnen zu fliehen.
Alles Liebe, und überdenken Sie Ihre Erwartungshaltungen.
Ihre Sally
© by Sally Pantenburg


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