BLOG- „Die Eifelgöre“ Thema: Lebenshilfe – Lebensbejahung-Lebensphilosophie - die-eifelgöre eine ungewöhnliche Lebensgeschichte

Die Eifelgöre
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Menschliche Prägungen

die-eifelgöre eine ungewöhnliche Lebensgeschichte
Herausgegeben von in Autorenkommentar ·
Tags: Samstag
Besserwisser  und Harmoniesüchtige
Wer von uns kennt sie nicht, die Menschen, die über alles nörgeln müssen, alles besser wissen wollen und diejenigen, die das partout nicht ertragen können, weil für sie eben Einstimmigkeit über alles geht und sie bei Disharmonie aus ihrem geschätzten Gleichgewicht fallen?
In meiner beruflichen Tätigkeit habe ich unzähligen Menschen zugehört, die mir genau diese Problem-Situationen geschildert haben und nicht wussten, wie sie damit umgehen sollten. Dabei haben viele von denen, die sich „überfahren“ fühlten dabei übersehen, dass auch sie selbst in so manchen Momenten sehr besserwisserisch reagierten. Kein Wunder, denn jeder Mensch trägt diese Veranlagung in sich.
Trotzdem sieht der Mensch, der süchtig nach Harmonie ist, sich meist als „armes Opfer“ der leidigen Umstände und fühlt sich daher ungerecht behandelt. Besonders dann, wenn die Besserwisserei und Nörgelei eines Menschen derart intensiv ist, dass sie Verzweiflung und Machtlosigkeit bei Andersdenkenden auslöst. Vor allem jedoch, wenn der Besserwisser zu allem Übel auch noch nach unten tritt und nach oben buckelt, um sich selbst vermeintlich besser zu fühlen. In diesem Charakter-Feld tummeln sich außerdem cholerische Menschen und auch sogenannte Schmeichler und Pharisäer.
Begegnen egomanische, nazistische Zeitgenossen den eher konfliktscheuen Menschen, (was  tagtäglich vorkommt) treffen unbestritten zwei Welten aufeinander. Die oppositionellen Vorstellungen und Meinungen darüber, wie man sich korrekter Weise zu verhalten hat,  lösen meist heftigste, oft unerträgliche Spannungen aus. Warum sind Menschen in ihrem Verhalten so unterschiedlich? Die Ursache liegt hauptsächlich in frühkindlichen Prägungen, in Erziehungsmaßnahmen, die einfach diese oder jene Entwicklung förderten.
Diese unterschiedlichen Menschenkinder, die ALLE im Grunde nur nach Bestätigung, Liebe  und Anerkennung suchen, sind die berühmten Gegensätze, die sich im Leben anziehen, und das natürlich nicht ohne triftigen Grund. Denn sie haben etwas zu lernen. Und wo ginge das besser, als im Alltag und in zwischenmenschlichen Beziehungen.
Der notorische Besserwisser bringt mit seinen schlauen und übergriffigen Kommentaren den Harmoniesüchtigen recht schnell aus seinem verherrlichten Gleichgewicht. Dieser hat in der Regel Angst, seinerseits einen Konflikt heraufzubeschwören. Diese unterschiedlich geprägten Menschen erzeugen somit Feindbilder und überhäufen sich mit Vorwürfen. Am heftigsten leidet zweifellos der Mensch, der sich nur in vollkommener Harmonie wohlfühlen kann. Der Besserwisser glaubt hingegen, dass die Welt ohne ihn ärmer wäre und sucht, ohne es selbst zu erkennen, ständig weiter nach Bewunderung und Anerkennung. Schließlich weiß er ja alles besser und ist der Größte. Von enormer Wichtigkeit ist, dass ein Harmoniesüchtiger lernt, das besserwisserische und cholerische Verhalten seines Gegenübers nicht persönlich zu nehmen. Es gilt zu erkennen, dass dieser Mitmensch ganz einfach bisher nichts anderes gelernt hat und daher nicht in der Lage ist, anders zu handeln. Ein Harmoniebedürftiger sollte sich also die Ausbrüche nicht so sehr zu Herzen nehmen. Denn auch er hat schließlich nichts anderes gelernt als das, was er jetzt lebt und oft ziemlich intolerant für richtig hält.
Leichter gesagt als getan, werden Sie jetzt wohl denken. Dazu einige konstruktive Gedanken: Distanz halten kann viel helfen, wenn der Choleriker mal allzu zu mächtig aufdreht. Beide Charaktere erhalten die wunderbare Chance zu erkennen, dass sie sich gegenseitig Steine aus dem Weg räumen können in ihrem seelisch-geistigen Entwicklungsprozess. Und zwar, indem sie ihr transformierendes Potential nutzen und gezielt zum Einsatz bringen. In diesen Begegnungen verbirgt sich unbestritten, ganz profan ausgedrückt, der Auftrag des Lebens, im Miteinander zu wachsen und zu reifen, den berühmten Mittelweg zu finden und in einem Innovationsprozess neue Lösungswege zu entdecken. Denn beide Wesen leiden an ihrem Mangel! Entweder an dem Mangel an Harmonie oder aber an der Unfähigkeit, menschliche  Konflikte geschickt und vor allem rücksichtsvoll auszutragen. Mit dieser Erkenntnis wäre bereits ein großes Stück der Lernaufgabe des Lebens begriffen. Für beide Parteien wird es erleichternd sein, wenn sie sich nicht weiter ablehnen oder aufs Heftigste bekämpfen und verurteilen, sondern sich bewusst auf einer konstruktiven Ebene annähern.
Wer anders ist, ist nicht zwangsläufig schlecht! Bleiben Sie offen und schauen Sie vielleicht etwas genauer und mit einem größeren Verständnis hinter die Kulissen. Mit gezielter Selbstmotivation und Begeisterungsfähigkeit liegt es durchaus im Bereich des schöpferisch Möglichen, auch in schwierigen menschlichen Konstellationen eine gute Umgangsform im Für- und Miteinander zu finden.
 
Alles Gute!
Ihre Sally
© by Sally Pantenburg


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