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Die Eifelgöre
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Angst und Sorgen

die-eifelgöre eine ungewöhnliche Lebensgeschichte
Veröffentlicht von in Autorenkommentar · 18 Mai 2018
Angst – der Killer des Wohlgefühls Teil 1.
Angst und Furcht gehören unausweichlich zum menschlichen Dasein. Rückblickend stellt Angst die erste Erfahrung dar, die jeder Mensch bei seiner Geburt macht. So gesehen ist sie wohl eine der ursprünglichsten Triebkräfte.
Unangemessene Angst ist allerdings ein zuverlässiges Kriterium, aus einem lebenswerten Dasein eine Art Hölle werden zu lassen. Sie ist uns allen auf die eine oder andere Art und Weise bestens vertraut. Das Wort Angst leitet sich aus dem Lateinischen (angustus) ab und bedeutet Enge, klein, kleinherzig. In der Tat „verengt“ die Angst, sie schnürt uns die Kehle zu oder es wird uns eng ums Herz. Sie lenkt uns zuverlässig in die Irre und verhindert, dass das Beste in unserem Leben geschieht.
 
Unter Tausenden von alltäglichen Ängsten kennen wir die Angst, eine Prüfung nicht zu schaffen, Angst vor Veränderungen, die Angst, verlassen zu werden oder den Arbeitsplatz zu verlieren, Angst, dass die Kinder flügge werden und für immer aus dem Haus gehen, Angst, nicht genügend Geld zu besitzen oder es gar zu verlieren, Angst, nicht gut genug zu sein, nicht anerkannt und geliebt zu werden, ausgelacht oder verraten zu werden, Angst, weniger wert zu sein als andere, krank zu werden, Schmerzen zu haben, leiden zu müssen und letztlich die elementare Angst, (zu früh) zu sterben. Tatsächlich tritt das meiste von all dem, wovor wir gravierende Angst haben und worum wir uns immer wieder von neuem Sorgen machen, erfreulicherweise so gut wie nie oder nur kurzfristig ein.
 
Doch die (Fehl-)Emotionen sitzen uns sprichwörtlich im Nacken, in den Gliedern und nehmen uns das Schönste in unserem Dasein, nämlich die Freude daran. Sie machen uns nicht nur unglücklich und übellaunig, sondern nicht selten schwer depressiv. Diese Ängste vernebeln unser Hirn, lähmen uns und halten uns davon ab, das Leben zu genießen, uns selbst, unseren Fähigkeiten und dem Leben zu vertrauen und im Bedarfsfall die notwendigen Schritte zu tun.
 
Hat die Angst etwas Gutes, wie doch bekanntlich alles?
 
JA, die Realangst ganz klar! Wir können sie als angemessen betrachten, wenn sie uns in erforderlichen Alarmzustand versetzt, um uns angemessen zu verhalten und damit Körper-Verletzungen zu verhindern. Sie warnt uns, wenn beispielsweise ein Raubtier vor uns steht oder wir mit dem Fuß am Abgrund stehen und keinen Schritt mehr wagen dürfen. Leider schaffen sich viele Menschen ihre „Raubtiere“ allerdings selbst, und werden in ihrem Leben von ihrer Angst vor allem und jedem schier aufgefressen. Angst als ursprünglich gesunde Reaktion und als ein Bestandteil des menschlichen Lebens überhaupt, kann grundsätzlich als positive Maßnahme unseres Organismus bezeichnet werden. Die Unfähigkeit, sich ihr zu stellen, ihr angemessen zu begegnen, ihr auszuweichen anstatt sie zu er- und zu durchleben, ist allerdings pathologisch. Der Psychoanalytiker Fritz Riemann (1902 - 1979) war der Ansicht, dass die Angst zu unserer Existenz gehört und sah sie als Spiegelung unserer Abhängigkeiten und des Wissens um unsere Sterblichkeit.
 
Die Angst hat noch etwas Gutes: Sie zeigt uns, wenn sie uns zum Leiden zwingt, deutlich und unmissverständlich, dass es Veränderungsbedarf in unserem Dasein gibt. Nicht gerade wenige von Angst besetzte und damit enorm geplagte Menschen wählen jedoch lieber den Freitod, um dieser existenziellen und im Grunde „gutartigen“ Empfindungs-Störung in ihrem Dasein für immer zu entkommen. Sie wissen oder glauben einfach nicht, dass sich diese in den meisten Fällen durch eine – ganzheitlich geprägte – Psychotherapie weitestgehend dezimieren und heilen lässt, und damit die stark vermisste Lebensfreude wieder dauerhaft einkehren kann.
 
Fortsetzung folgt!
 
Ihre Sally
© by Sally Pantenburg


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